Landwirtschaftliche Verkäufe in Norwegen stärken die norwegische Ess- und Getränkekultur
Die von der Regierung angekündigte Ausweitung des Direktverkaufs von Spirituosen auf landwirtschaftliche Betriebe in Norwegen ermöglicht es Erzeugern, Alkohol mit höherem Alkoholgehalt als im Handel erhältlich direkt ab Hof zu verkaufen. Der Vorschlag stößt bei norwegischen Getränkeherstellern auf große Begeisterung. Gleichzeitig fordert die Branche, dass das System so eingeführt wird, dass sowohl die Rolle des Vinmonopolet als auch alkoholpolitische Erwägungen gewahrt bleiben, um einen nachhaltigen Start zu gewährleisten.
– Die Öffnung des Direktvertriebs von den Erzeugern ist eine einzigartige Chance, die norwegische Ess- und Getränkekultur zu stärken, aber sie muss klug umgesetzt werden, damit das System von Anfang an funktioniert, sagt Bernt Bucher Johannessen, CEO von HANEN.
Gemeinsame Initiative für Flohmärkte in Norwegen
Erstmals, HANENDie Norwegian Distilleries, der norwegische Traubenanbauverband und der Brauerei- und Getränkeverband haben sich zusammengeschlossen, um ein umfassendes Modell für den Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse vorzuschlagen.
Das Ziel ist klar: Wachstum, Arbeitsplätze und lebendige Dörfer im ganzen Land zu schaffen.
– Hier geht es um mehr als nur den Verkauf von Alkohol. Es geht um die Schaffung lebendiger Dörfer, einzigartiger kulinarischer Erlebnisse und mehr Arbeitsplätze in den Regionen, sagt Kjell Maartmann-Moe vom Norwegischen Traubenanbauverband.
Strenger Rahmen zur Gewährleistung der Legitimität
Der Vorschlag betont klare Einschränkungen: Nur selbst hergestellte Waren mit einem Alkoholgehalt von über 4,7 Prozent dürfen verkauft werden, und der Verkauf muss vom Produktionsort aus erfolgen.
Es wird außerdem eine Höchstgrenze von 15.000 Litern pro Produzent und Jahr vorgeschlagen – das entspricht dem Niveau der derzeitigen Apfelweinregelung.
– Wir schlagen strenge Beschränkungen für Art, Menge und Verkaufsort vor. Dies wird weder das Vinmonopolet noch die Alkoholpolitik in Frage stellen, so Erlend Fuglum, Direktor des norwegischen Brauerei- und Getränkeverbandes.
Lokale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit
Eine Ausweitung der Direktverkäufe landwirtschaftlicher Erzeugnisse könnte neue Chancen für lokale Erzeuger und Dörfer im ganzen Land eröffnen. Für viele Kleinbauern könnte dies der Schlüssel zu einem nachhaltigeren Betrieb sein.
– Die Stärkung lokaler Erzeuger gibt Touristen und Einheimischen die Möglichkeit, traditionelle Handwerkskunst zu genießen, die über Generationen hinweg aufgebaut wurde, sagt Lars Ole Ørjasæter von Norske Destillier.
Die Erfolgsgeschichte der Apfelweinherstellung
Das Apfelweinprogramm beweist, dass der Direktvertrieb an landwirtschaftliche Betriebe funktioniert. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Verkäufe von norwegischem Apfelwein verzwölffacht, und der Anteil norwegischer Apfelweine bei Vinmonopolet ist von 40 auf 80 Prozent gestiegen – und das, obwohl der Alkoholkonsum in Norwegen zurückgegangen ist.
Das Ergebnis sind mehr Arbeitsplätze, eine gesteigerte Wertschöpfung und eine stärkere Lebensmittel- und Getränkekultur, sagt Bucher Johannessen.
Vermeiden Sie die Fehler aus Schweden
Die Erfahrungen aus Schweden und Finnland zeigen, dass der Verkauf landwirtschaftlicher Produkte im Rahmen des EWR-Abkommens funktionieren kann, bestimmte Einschränkungen das System jedoch schwächen können. Das norwegische Modell legt nahe, unnötige Auflagen zu vermeiden, die in Schweden Probleme verursacht haben – wie Produktionsobergrenzen, die Pflicht zu kostenpflichtigen Führungen und Gesundheitswarnungen, die nur für den Direktverkauf an Erzeuger gelten.
– Um erfolgreich zu sein, müssen wir unnötige Bürokratie und kostspielige Prozesse vermeiden. Das norwegische Modell sollte einfach, berechenbar und landesweit einheitlich sein, so Fuglum.
Forschung und Rohstoffe im Fokus
Ein zentraler Bestandteil des Vorschlags ist die Intensivierung der Forschung zu norwegischen Rohstoffen wie Gerste, Äpfeln und Kveik sowie die Förderung des verstärkten Einsatzes norwegischer Rohstoffe in der Getränkeherstellung. Dies stärkt den unverwechselbaren norwegischen Charakter und trägt zu einer höheren lokalen Wertschöpfung bei.
Ein Plan für die Zukunft
Die vier Organisationen stehen gemeinsam hinter einem Vorschlag, der sowohl die Alkoholpolitik als auch die Rolle von Vinmonopolet und den Wachstumsbedarf der Branche thematisiert.
Mit den Erfahrungen aus dem Nebenprogramm im Rücken und einem durchdachten Rahmenwerk ist die Branche überzeugt, dass der Ausbau der landwirtschaftlichen Verkäufe eine Win-Win-Situation für Erzeuger, Regionen und die norwegische Esskultur schaffen wird.
Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier lesen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu verlängerten Flohmärkten
1. Was bedeutet „verlängerter Flohmarkt“?
Dies bedeutet, dass die Erzeuger alkoholische Getränke, die über dem im Handel erhältlichen Alkoholgehalt liegen, direkt ab Hof oder Produktionsstätte verkaufen können.
2. Wer steckt hinter dem Vorschlag?
HANEN, Norwegian Distilleries, der Verband der norwegischen Weinbauern und der Brauerei- und Getränkeverband.
3. Was ist das Hauptziel des Programms?
Die norwegische Ess- und Trinkkultur stärken, Arbeitsplätze schaffen und zu lebendigen Dörfern beitragen – ohne Vinmonopolet herauszufordern.
4. Wie hoch ist die vorgeschlagene Verkaufsgrenze?
15.000 Liter Alkohol mit einem Volumenanteil von über 4,7 % pro Produzent und Jahr.
5. Warum ist die Rolle von Vinmonopolet wichtig zu bewahren?
Um die Legitimität und Unterstützung der Alkoholpolitik zu gewährleisten sowie gleiche Wettbewerbsbedingungen aufrechtzuerhalten.
6. Wann kann die Regelung in Kraft treten?
Das hängt von den weiteren Überlegungen und Konsultationen der Regierung ab.
Foto vom Norwegischen Brauereiverband: Von links: Lars Ole Ørjaseter – Norwegische Brennereien, Erlend Fuglum – BROD, Kjell Maartmann – FND, Hege Ramseng – BROD, Bernt Bucher-Johannessen – HANEN und Albert Schamaun – FND. Vor Stine Sem – HANEN